Betriebliche Altersvorsorge für kleine und mittlere Betriebe: Pflichten und Möglichkeiten
Stand: 26.10.2026 · Verus Vorsorge GmbH, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 Gewerbeordnung
Jeder Arbeitgeber muss seinen Mitarbeitenden auf Wunsch eine betriebliche Altersvorsorge über Entgeltumwandlung Ein Teil des Bruttogehalts fließt in die betriebliche Altersvorsorge statt aufs Konto. ermöglichen, unabhängig von der Betriebsgröße. Wandeln Mitarbeitende Gehalt um, muss der Arbeitgeber in der Regel 15 Prozent dazugeben, soweit er Sozialversicherungsbeiträge spart. Darüber hinaus kann er freiwillig mehr leisten. Wichtig ist, dass die Versorgung sauber dokumentiert ist, denn der Arbeitgeber steht für die zugesagte Leistung ein.
Was Pflicht ist
- Anspruch auf Entgeltumwandlung: Mitarbeitende können verlangen, dass bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung in eine bAV umgewandelt werden (§ 1a Abs. 1 BetrAVG).
- Arbeitgeberzuschuss: Bei Entgeltumwandlung zahlt der Arbeitgeber 15 Prozent des umgewandelten Betrags zusätzlich, soweit er Sozialversicherungsbeiträge spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Tarifverträge können Abweichendes regeln.
- Einstandspflicht: Der Arbeitgeber haftet dafür, dass die zugesagte Leistung erbracht wird, auch wenn er einen externen Versorgungsträger nutzt (§ 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG).
Was steuerlich möglich ist (Stand 2026)
Beiträge in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds sind bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EStG), 2026 sind das 8.112 Euro im Jahr. Sozialversicherungsfrei sind davon bis 4 Prozent. Für Geringverdiener gibt es zusätzlich eine Förderung des Arbeitgeberbeitrags (§ 100 EStG). Die Grenzen ändern sich jährlich; die verbindliche Auskunft für Ihren Betrieb gibt Ihr Steuerberater.
Neu seit 2026
Das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz ist im Januar 2026 überwiegend in Kraft getreten. Es erleichtert unter anderem Modelle, bei denen Mitarbeitende automatisch einbezogen werden und widersprechen können (Opting-out), auch für Betriebe ohne Tarifvertrag. Weitere Teile gelten ab 2027, etwa höhere Grenzen bei der Geringverdienerförderung. Ob und wie das für Ihren Betrieb passt, klären wir im Gespräch.
Worauf kleine Betriebe achten sollten
- Eine schriftliche Versorgungsordnung, damit für alle dieselben Regeln gelten
- Ein Durchführungsweg, der zu Ihrer Verwaltung passt, meist die Direktversicherung
- Verständliche Information für das Team, damit die bAV als Vorteil ankommt
- Dokumentation von Angebot, Zusage oder Verzicht der Mitarbeitenden
Fragen
Muss ich als kleiner Betrieb eine bAV anbieten?
Ja, wenn Mitarbeitende Entgeltumwandlung Ein Teil des Bruttogehalts fließt in die betriebliche Altersvorsorge statt aufs Konto. verlangen, muss der Arbeitgeber das ermöglichen. Eine Mindestgröße gibt es dafür nicht. Den Durchführungsweg kann der Arbeitgeber in der Regel vorgeben.
Was passiert, wenn ich nicht richtig informiere?
Fehler bei Zusage, Information oder Dokumentation können zu Haftungsrisiken für den Arbeitgeber führen. Deshalb gehört eine saubere Versorgungsordnung dazu. Rechts- und Steuerberatung leisten wir nicht; wir arbeiten bei Bedarf mit Ihrem Steuerberater zusammen.
Was das für Ihren Betrieb heißt
Ob und wie Ihr Betrieb versichert ist, steht in Ihren Verträgen. Im Versicherungscheck legen wir sie neben die Risiken Ihres Betriebs. Gespräch vereinbaren
Quellen
- Betriebsrentengesetz (BetrAVG), §§ 1, 1a
- § 3 Nr. 63 EStG
- § 100 EStG – Förderbetrag zur betrieblichen Altersversorgung
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Betriebliche Altersversorgung
Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung. Was im Einzelfall versichert ist, regeln Ihr Vertrag und die Versicherungsbedingungen. Angaben zu Status, Vergütung und Schlichtungsstellen finden Sie in unserer Erstinformation.
Die Bausteine dazu
Betriebliche AltersvorsorgeWie Sie als Arbeitgeber die betriebliche Altersvorsorge sauber aufsetzen, verständlich erklären und als Argument bei der Suche nach Fachkräften nutzen.
Betriebliche KrankenversicherungGesundheitsleistungen für Ihr Team, bezahlt vom Betrieb: zum Beispiel Zahnersatz, Vorsorge oder Brille. Ein Benefit, den Mitarbeitende im Alltag spüren.
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